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Geschlossene Kreisläufe: Die Zukunft des Recyclings ist digital

„Wenn es möglich ist, ein Auto mit Hilfe von Barcodes zu montieren, dann sollte es auch möglich sein, es systematisch zu demontieren und die einzelnen Rohstoffe auf diese Art planbar zu verwerten“, glaubt Dr. Holger Berg. Und nicht nur der Fachmann des Wuppertal-Instituts sieht in geschlossenen Kreisläufen die einzige Möglichkeit wie sich unsere Wirtschaft nachhaltig entwickeln kann. Die Rohstoffe für künftige Produkte werden wohl mit Hilfe der Digitalisierung gewonnen.

Unter reverser Logistik oder "Reverse Supply Chain Mangement" versteht man alle logistischen Prozesse, bei denen Güter vom Kunden in der Lieferkette zurück fließen. Und genau, wie bei der „normalen“ Lieferkette spielt die Digitalisierung auch hier bereits heute eine wichtige Rolle. Methoden zur lückenlosen Bestandsverfolgung – das sogenannte Asset Tracking – funktionieren unter anderem dank Einbindung von Smartphones unbeteiligter Dritter. Mit dieser digitalen Nachverfolgung können Händler zum Beispiel kontrollieren, ob Ware richtig positioniert ist. Für die Handybenutzer läuft der Prozess unbemerkt im Hintergrund ab; vorausgesetzt, sie haben der Nutzung ihres Geräts für diese Zwecke zugestimmt. Allerdings enden solche Systeme bislang dort, wo die Ware an den Kunden geht. Um die enthaltenen Stoffe sinnvoll zu recyceln, bedarf es folglich einer Weiterentwicklung der Nutzung der Trackingsysteme über den Lebenszyklus des Produkts hinaus. Die digitalen Werkzeuge, die zum Beispiel nötig sind, um einzelne Produkt-Bestandteile von der Produktion bis zum Ende der Nutzungsdauer sicher nachzuverfolgen, wären sogar schon heute verfügbar. Bis wir begehrte Rohstoffe aber auch wirklich nachhaltig im Kreislauf halten, sei noch ein weiter Weg zurückzulegen, ist sich Berg sicher. Die wichtigste Aufgabe bestehe nun darin, Produkte so zu entwickeln, dass man bei der Konstruktion die Demontage gleich mitdenke.