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Kinderlähmung: Zentek fördert Polio-Impfungen

Die Idee stammt aus Portugal; auf einer Konferenz in Lissabon hatten Rotarier aus der im Norden des Landes gelegenen Stadt Sintra ihre Idee im Jahr 2013 erstmalig vorgestellt: Man sammelt Deckel von ausgedienten Plastikflaschen, verkauft sie an einen Verwerter und finanziert damit Rollstühle für bedürftige Menschen. Von dieser Grundidee begeistert, hat der Verein „Deckel drauf“ das Konzept für Deutschland adaptiert. Seit März wird die Aktion von Zentek unterstützt – der Erlös aus mittlerweile mehr als 10.000 gesammelten Deckeln fließt in das Projekt „End Polio Now“, das Bedürftigen lebensrettende Polio-Impfungen ermöglicht.

Kinderlähmung oder Poliomyelitis ist eine hochansteckende Infektionskrankheit, die hauptsächlich Kinder unter fünf Jahren befällt; der Virus wird durch persönlichen Kontakt übertragen und findet sich am häufigsten in unsauberem Wasser. Eine Heilung gibt es nicht, man kann aber die Ansteckungsgefahr mit einer einfachen Impfung verhindern. Obwohl die Erkrankung weltweit nur noch in Nigeria, Pakistan und Afghanistan endemisch ist, besteht die Gefahr dass sie sich wieder international ausbreitet: „Ohne Impfungen ist die Welt nicht vor einem Rückfall sicher“, so Gerhards, der das Projekt bei Zentek betreut. Daher unterstütze man die Aktion aus vollem Herzen.

Die Kunststoffdeckel von Getränkeflaschen oder Getränkekartons bestehen aus HDPE oder PP, die Abkürzungen stehen für Polyethylen mit hoher Dichte – auch High-Density-Polyethylen genannt – und für Polypropylen. Diese Kunststoffe haben eine hohe Dichte und lassen sich gut recyceln. „Das Konzept ist nicht nur als Charity-Aktion sehr sinnvoll – auch die getrennte Erfassung zum Recycling ist besonders umweltgerecht“, betont Gerhards. In der Industrie sind zur Produktion möglichst reine Kunststoffarten gefragt. Das PET des Flaschenkörpers hat bei Einwegflaschen im Allgemeinen eine geringere Güte als die Verschlüsse und würde so eine Verschlechterung der Gesamtware bewirken.

„Wer nun befürchtet, dass er die Deckel von Pfandflaschen bei der Rückgabe nicht entfernen dürfe hat nur bedingt Recht“, so Gerhards weiter: „Es gibt weder bei Einweg- noch bei Mehrwegflaschen eine Verpflichtung, die Kunststoffdeckel auf den Flaschen zu belassen“, erklärt er. „Ein aufgeschraubter Kunststoffdeckel schützt jedoch die Öffnung und das Gewinde des Glasflaschenkopfes.“ Bei einer Beschädigung müsse die wegen der Verletzungsgefahr nämlich sonst aussortiert werden. Die Gefahr einer Beschädigung sei bei Glasflaschen deutlich höher als bei PET-Flaschen weshalb der Experte die Teilnehmer bittet nur Deckel von Kunststoffflaschen zu sammeln.